Pfarrhof Schloß Schönegg

Einer der Höfe an der Bergheimer- bzw. Froschstraße lag etwas abseits von der Straße und war mit seinen Äckern vorgesehen, der Mittelpunkt der Gestaltung im ganzen Gebiet zu werden. Eine Urkunde aus der Zeit des Fürsterzbischofs Matthäus Kardinal Lang aus dem Jahre 1538 besagt, daß die Pfeiffergründe damals als Stiftung an die Erzdiözese gekommen waren. Lange Zeit war man der Meinung, dass Dombaumeister Santino Solari dieselben vom Fürsterzbischof erhalten hätte. Solari hätte den damaligen Hof umgebaut und eine Villa im toskanischen Stil errichtet. Diese Form weist das Gebäude noch heute auf. Für diese Annahme gibt es aber keine Beweise. Die Marmorfassung des einstigen Seiten- jetzt Haupteingangs, erinnert an die Fassungen im Dom. Bei den Stukkaturen sind Ähnlichkeiten mit den Arbeiten im Hellbrunn festzustellen; der eigentliche Meister ist aber unbekannt.

Von der Familie Ledochowski kaufte die Stadtgemeinde Salzburg den ganzen Komplex, projektierte Straßen, Wohnbauten, Schule und Kirche. Beim Planen der ersten Anlage Kirche-Pfarrhaus war an ein Abtragen des alten Baues gedacht, aber glücklicherweise wurde diese nicht durchgeführt. Von der Stadtgemeinde kauften im Jahre 1934 die Jesuiten den Bau, der ihnen 1940 vom Deutschen Reich zugunsten der Reichsfinanzverwaltung und dann des Sicherheitsdienstes entzogen wurde. Im Jahre 1948 wurde das Vermögen wieder den Jesuiten zuerkannt. Diese verkauften es im Jahre 1950 der Erzdiözese, welche es auf den Namen der Pfarre St. Elisabeth in das Grundbuch eintragen ließ.

 

Pfarre

1929 war der Kirchenbau beschlossen und die Stadtpfarre St. Andrä begann mit den Vorarbeiten. Im Jahre 1932 wurde Froschheim zur selbstständigen Kaplanei innerhalb der Pfarre St. Andrä. Am 22. Februar 1939 wurde die Kaplanei unter dem Titel St. Elisabeth von Erzbischof Waitz zur Pfarre erhoben. Die Pfarrbücher beginnen schon mit dem 1. Jänner 1939. Die staatsrechtliche Anerkennung der neuen Pfarre erfolgte später. Am 23. November 1952 wurden die Pfarrgrenzen noch einmal wie folgt, umschrieben: im Westen die Salzach, im Osten das Geleise des Hauptbahnhofs, der Bahnhof miteinbezogen, im Süden die Bahnlinie nach Bayern, im Norden das Geleise zur Shell-Niederlassung und von dort in gerader Linie zur Salzach (Pfarrgebiet). 

Die Pfarre ist eine Verwaltungseinheit und eine geistige Gemeinschaft. Der Verantwortliche ist der Pfarrer; er hat aber aus den Pfarrangehörigen gesetzliche und freiwillige Mitarbeiter. Als Verwaltungseinheit ist der Pfarrkirchenrat für die materiell-finanziellen Fragen zuständig.

 

Kirche

Auf dem Gebiet der heutigen Pfarre St. Elisabeth stand in früheren Zeiten weder eine Kirche noch eine Kapelle. Der Wallfahrtsweg nach Maria Plain mit seinen 15 Bildstöcken war das einzige religiöse Zeichen in diesem Gebiet; beginnend bei der heutigen Elisabethapotheke und in den Straßenzug eingebaut, wurden sie im Jahre 1705 von einem Salzburger Bürger zum Dank für die Errettung des Landes aus Kriegsgefahr im spanischen Erbfolgekrieg gestiftet.

Die ersten Vorarbeiten für den Bau der heutigen Kirche leitete der Pfarrer von St. Andrä H.H. Kan. Niedermoser. Sehr eifrig setzte sich auch der Kapuziner Pater Gallus ein. Am 6. Oktober 1930 wurde zwischen der Stadtgemeinde und dem erzbischöflichen Ordinariat der Kaufvertrag über die Bauparzelle unterzeichnet. Am 8. November 1931 fand die Grundsteinlegung für die Kirche und die Marienkapelle statt. Die Marienkapelle und ein paar Nebenräume wurden bis auf einige Kleinigkeiten vollendet, von der Kirche erstellte man nur die Krypta - später Unterkirche genannt. Die Marienkapelle wurde am 11. September 1932 geweiht.

Inzwischen war der Neubau einer geräumigeren Kirche für die ständig wachsende Gemeinde eine Notwendigkeit. Die Aufbringung der finanziellen Mittel geschah hauptsächlich durch Versand von Goldmedaillen des Christusantlitzes des Turiner Grabtuches. Die  Spenden kamen nicht nur aus allen Teilen Österreichs, sondern auch aus den benachbarten Gebieten Bayerns und der Schweiz. Obwohl die Kirche mit Campanile geplant war, wurde dieser Plan aufgegeben.

Das Gewicht aller vier Glocken gemeinsam beträgt nur 500 kg. 1962 wurde für die zwei größere Glocken ein elektrisches Geläute eingerichtet. Trotz der Einfachheit, die die Kirche besitzt, strahlt sie eine würdige, weihevolle Stimmung aus. Obwohl die ganze Kirche der hl. Elisabeth geweiht ist, werden ihre Reliquien auf einem Seitenaltar verehrt. Der Hochaltar ist ein einfacher Opfertisch, so dass der Gottesdienst auch mit dem Blick zu den Gläubigen abgehalten werden kann. Über dem Hauptaltar, in der Apsis, war früher eine Christusdarstellung vorgesehen; sie wurde aber zugunsten der Schlichtheit nicht angefertigt. Der Sakramentsaltar, im Seitenschiff auf der Epistelseite, hat einen durchgehenden Tabernakel zum Ars-Altar; dieser ist aber vom Kirchenraum aus nicht sichtbar.

Die runden Glasfenster der Kirche, die das Vaterunser darstellen, stammen aus der Werkstätte von Charlotte Klima. Der Taufstein und das Weihwasserbecken, beide aus Marmor, stammen von Arch. Silveri.